Seit 2021 ist klar: Die Bundesjugendspiele werden in abgewandelter Form für Erst- bis Viertklässler stattfinden. Die CDU-Fraktion sieht den Leistungsgedanken gefährdet. Das ist meine Antwort auf die CDU und was im Sport Gewicht haben sollte.

Die Bundesjugendspiele erhalten einen neuen Anstrich und werden zu diesem Schuljahr ihr verstaubtes Gewand ablegen. Denn mehr als 70 Jahre ist es her als die ersten Bundesjugendspiele 1951 stattfanden und es damals hieß, der Wettbewerb solle „das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit erwecken“ und „frohen Wettkampfgeist anregen“.

Dass das längst nicht mehr der Fall ist, sehen wir Jahr um Jahr. Erst 2015 haben mehr als 25.000 Menschen eine Petition unterschrieben, die Bundesjugendspiele abzuschaffen. Und das sicher nicht, weil sie das gesellschaftliche Leistungsprinzip oder den Sport so verabscheuen. Es lag schlichtweg an negativen persönlichen Erfahrungen, die über Enttäuschung hinausgehen und in Demotivation und Demütigung münden.

Nichts anderes möchte das 2021 beschlossene „Reförmchen“ im Rahmen der Bundesjugendspiele angehen: Ein positives und zeitgemäßes Bild unseres Sports zu zeichnen.

Wir reden heute darüber, dass die Leistungen unserer Grundschulkinder nicht mehr zentimeter- und sekundengenau abgemessen werden sollen. Oder auch, dass nun eine Urkunde mit der Bewertungsnote „gekonnt“ bzw. „nicht gekonnt“ entfallen und stattdessen durch motivierende Worte auf jener ersetzt wird.

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Unsere Bundesjugendspiele in alter Manier aber aufleben zu lassen, wird meiner Einschätzung nach keine sportlichen Spitzenerfolge bei den nächsten Leichtathletik-Weltmeisterschaften bringen. Hierfür müssen wir viel stärker unsere Olympia-Stützpunkte priorisieren und den Amateur- und Vereinssport unterstützen, um gerade in ländlichen Räumen weitere Angebote und Chancen im Breitensport zu schaffen.

Das drückt unter anderem auch der Haushalt für die kommenden Jahre aus: Der Festbetrag nach dem Sportfördergesetz wird um fast eine Million Euro angehoben und auf 12.840.700 Euro festgesetzt werden. Von der Steigerung entfallen allein 500.000 Euro auf die Finanzierung hauptamtlicher Stellen im Sport.

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Daher werden wir das Landesprogramm „Gemeinsam Sport in Schule und Verein“ für die kommenden Jahre auf 380.000 Euro aufstocken, um genau das zu erreichen, was Sie fordern: Mehr Bewegung, vielseitigere Angebote und ein sportlicher Leistungsgedanke.

Die Vereine sind dabei die richtige Anlaufstelle. Im Zusammenwirken mit den Schulen schaffen wir nachhaltige sportliche Angebote für unsere Kinder.

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Die Bundesjugendspiele bleiben dabei ein Wettbewerb, welcher nicht nur für die Schülerinnen und Schüler moderner ausgetragen, sondern auch für unsere Schulen mitsamt unseren Sportlehrerinnen und Sportlehrern zukünftig flexibel gestaltbar sein wird.

Lasst uns gemeinsam Sinnvolles für unseren Sport erreichen!

Meine Rede im Landtag MV: